Im mageren Erntejahr 2009 war der Apfelwickler nicht bereit den Ertrag mit mir zu teilen. Mein sechs Jahre alter Edelborsdorfer hatte in seinem ersten Ertragsjahr etwa 50 Früchte und diese Parasiten haben sämtliche Früchte befallen. Daher dieser Aufruf: Kampf dem Apfelwickler!

Der Apfelwickler ist ein Schmetterling, eigentlich ein Nachtfalter. Ursprünglich nur in Europa verbreitet, findet man ihn inzwischen weltweit. Er fliegt hauptsächlich im Mai und Juni. Unter günstigen Bedingungen kann in unseren Breiten eine zweite Generation auftreten, diese fliegt dann im August und September. Die weiblichen Falter legen 30 bis 60 Eier auf den Früchten oder den Blättern der Obstbäume ab.

Nach ein paar Tagen werden die Früchte im ersten Larvenstadium befallen. Die Larven leben in den Früchten und ernähren sich vom Fruchtfleisch und vom Inhalt des Kerngehäuses. Nach etwa drei Wochen verlassen sie die Frucht um sich zu verpuppen. Die Überwinterung erfolgt im Kokon, entweder in der borkigen Rinde oder im Boden.

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung setzt man in erster Linie auf die natürlichen Feinde der Larven, Puppen und Falter:

  • Die Ohrwürmer verfolgen und verspeisen die Wicklerlarven in den Fraßgängen;
  • In der Baumkrone stellen die Larven eine willkommene Nahrung für Vögel dar. Auf dem Boden könnten sich die Amseln nützlich machen, da sie hauptsächlich dort nach Nahrung suchen;
  • Die Kokons in borkiger Rinde werden von den Vögeln aufgespürt;
  • Die Falter werden tagsüber in ihrem Versteck von jagenden Singvögeln gefunden;
  • In der Dämmerung und nachts werden sie von Fledermäusen gejagt.

Der Obstbauer kann direkt eingreifen und durch gezielte Maßnahmen die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge fördern:

  • Das Fallobst regelmäßig einsammeln und entfernen, am bestens abends, da zu dieser Tageszeit keine stechenden Insekten gereizt werden.
  • Wurmiges Obst vom Baum im Zuge der Fruchtausdünnung entfernen, da daraus nie hochwertige Früchte entstehen;
  • Die Rinde der Bäume und die Baumscheiben pflegen;
  • Bei der Verwirrmethode mit weiblichen Sexuallockstoffen die Männchen auf klebrige Leimstreifen locken. Ich hänge die knallgelben Streifen an anderen Baumarten (z.B. Pfirsichbaum) in unmittelbarer Nähe auf, um die Männchen von den zu schützenden Obstbäumen zusätzlich weg zu locken;
  • Brutkästen für Singvögel in die Baumkronen hängen;
  • Brutkästen für Fledermäuse an geschützten Stellen zur Verfügung stellen. Sie sollten für die Überwinterung geeignet sein. Wegen der Aufzucht der Jungen sind wenigstens zwei Kästen erforderlich;
  • Töpfe mit Heu oder Holzwolle für Ohrwürmer in die Kronen hängen, denn sie verbringen den Tag darin;
  • Wanzen und Schlupfwespen durch naturnahen Gartenbau fördern.

Alle Maßnahmen zusammen stören bestimmt den natürlichen Lebenszyklus des Schädlings und tragen zu seiner Reduzierung bei.

Um den Druck von Außen zu vermindern, sprechen Sie auch mal mit den Nachbarn darüber.

 

Mit freundlicher Genehmigung des OLV Organischer Landbau Verlag Kurt Walter Lau aus "Obstgartenhandbuch für Selbstversorger", ISBN 978-3-922201-89-2

 

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